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Mr. Wichtig

Schon wieder ist Ihnen im Büro eine Arbeit aufgebrummt worden, vor der sich die Kollegin erfolgreich drückt. Also, ein Seufzer, und nichts wie ran oder? Wie ist der Tisch doch „lieber schnell“ von frau selbst abgedeckt, anstatt die Kinder zurückzupfeifen und sich wieder auf Diskussionen über ihre Pflichten einzulassen. Wie mühsam und oft schmerzhaft ist es, Vereinbarungen und Grenzziehungen bei pubertierenden Kindern durchzuhalten. Schweigen und „Darüber- weg-schauen“ ist scheinbar einfacher und schützt vordergründig vor „Liebesentzug“, hilfreich ist es aber für keinen der Beteiligen.

mr.wichtigVielleicht ist es zunächst ein ganz wichtiger Schritt für Sie, diesen Satz zu Ihrem eigenen inneren Satz zu machen: „Ich habe etwas Wichtiges mitzuteilen!“ Wie kommt dieser Satz bei Ihnen an? Vielleicht erzeugt er in Ihnen erst einmal unangenehme Assoziationen an „Mr. Wichtig“, eben an den Typ Mensch, vorwiegend männlich, der immer und zu jedem Zeitpunkt seinen Senf abgibt. Vielleicht haben Sie es in Ihrem Leben auch schmerzlich erfahren, im Gespräch an die Wand gedrückt oder gar bloßgestellt worden zu sein? Ein weiterer wichtiger Lernschritt ist, endlich damit aufzuhören (auch dies geschieht nicht auf Knopfdruck, sondern kann ein längerer Prozess sein), darüber zu grübeln, was andere über einen denken (und zur Beruhigung: Dass andere das tun, geschieht viel weniger, als unsichere Menschen denken). Ständig mir zu Überlegen, was andere Über mich denken, denken könnten — das macht mich innerlich und äußerlich unfrei. Und es macht gewissermaßen „klein“, was Gott Gutes Über mich denkt und für mich im Sinn hat. Probleme zu erspüren, zu benennen und zu lösen, dazu hilft das richtige Konfliktmanagement. Denn hinter vielen Problemen verbergen sich Konflikte.

Grenzen Sie sich aber auch klar gegen übergriffiges Gesprächsverhalten des Gegenübers ab. Sagen Sie z.B.: „Das habe ich ganz anders erlebt“ oder „Darüber werde ich jetzt nicht mit dir sprechen …“ Steigen Sie früh genug aus einer eskalierenden Gesprächssituation aus, zum Beispiel mit dem Satz: „Wir unterbrechen jetzt besser unser Gespräch. Bitte lass uns morgen weiterreden …“

Und hier die wichtigsten Kommunikationsregeln für klare Kommunikation – in allen Lebensbereichen:

Ich verschaffe mir (zunächst für mich selbst) immer wieder Klarheit über das, was mich bewegt, was ich denke, was mir wichtig ist. Ich vermittele dies meinem Gegenüber in klaren lch- Sätzen. Ich vermeide Verallgemeinerungen (Immer, nie …) Ich versuche den anderen zu verstehen, indem ich aufmerksam zuhöre. Ich vergewissere mich, ob ich den anderen richtig verstanden habe

Kommunikation ist ein ständiger Lernprozess. Versuchen Sie so selbstkritisch wie möglich Ihre Kommunikation mit den genannten Regeln zu prüfen. Sie werden feststellen: Klares Reden, gutes Zuhören, eindeutiges Nachfragen entspannt die Gespräche und bringt Zufriedenheit! Ein guter Prüfstein für gelingende Kommunikation ist auch der aktive und passive Umgang mit konstruktiver Kritik.

Nörgeln und Losplatzen, wenn das Fass überläuft, sind zwar geläufige Umgangsformen, haben aber mit konstruktiver Kritik wenig zu tun. Konstruktive Kritik vergisst die genannten Kommunikationsregeln nicht, beginnend mit Regel Nummer l

Es geht um das Lernen von Offenheit, Echtheit. Auch um die Fähigkeit, positive Rückmeldungen zu geben.

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